Am Gymnasium Bornstedt haben wir uns intensiv damit auseinandergesetzt, ob Hausaufgaben den Lernerfolg unserer Schüler*innen steigern. Das  Ergebnis ist ein auf die Bedürfnisse und Entwicklungsstände der Jugendlichen angepasstes Modell in der Sekundarstufe I (Klassen 7-10). Begrifflich ist hier zunächst eine Präzisierung vorzunehmen:

Hausaufgaben sind Aufgaben der Lernbegleiter*innen an die Schüler*innen, die diese in der unterrichtsfreien Zeit bearbeiten sollen. Sie haben didaktische, erzieherische und soziale Funktionen und sind von den Schüler*innen verpflichtend zu erledigen. Die Erledigung und deren Lösungen (sofern es sie gibt) werden i.d.R. im nachfolgenden Unterricht behandelt.

Vor- und Nachbereitung des Unterrichts dient dem individuellen Lernprozess, u. a. zur Vorbereitung von Lernerfolgskontrollen. Besonders im Rahmen des selbstorganisierten Lernens kann diese Vor- und Nachbereitung durch Kann-Listen, Übungsangebote o.ä. durch die Lernbegleiter*innen gefördert werden.

Weitere Infos: https://deutsches-schulportal.de/dossiers/besser-lernen-ohne-hausaufgaben/

In den Jahrgängen 7 und 8 …

… werden KEINE Hausaufgaben aufgegeben. Die Gründe liegen im begründeten Zweifel an der Wirksamkeit von Hausaufgaben in Zeiten der digitalen Vernetzung unter den Schüler*innen. Außerdem reduzieren Hausaufgaben die effektive Lernzeit der Unterrichtsstunden erheblich. Eine Ausnahme bildet das Lesen von Literatur im Deutsch- oder Fremdsprachenunterricht. Im Gegensatz dazu sind Angebote zur Unterrichtsvorbereitung und -nachbereitung  sinnvoll und durch Lernbegleitung zu unterstützen. Die Wahrnehmung der Angebote ist dennoch freiwillig.

In den Jahrgängen 9 und 10 …

… sind Hausaufgaben möglich, es sei denn, einzelne Fachbereiche entscheiden sich zukünftig per Beschluss dagegen. Studien zeigen, dass die Effektstärke von Hausaufgaben mit zunehmendem Alter deutlich zunimmt. Mit Blick auf die Vorbereitung der ersten abschlussrelevanten Prüfungen am Ende der Klasse 10 kann dieser Schritt also begründet werden. Natürlich sind Angebot zur Vor- und Nachbereitung des Unterrichts weiterhin sinnvoll.

„Ob man also die Mathe-Hausaufgaben direkt nach der Schule, nachts unter der Bettdecke oder überhaupt nicht macht: Der Effekt auf die Zeugniszensur ist derselbe, nämlich gleich null.“ Erziehungswissenschaftler Johann Gängler, TU Dresden